Das Pfullinger Wappen

Das offizielle Pfullinger Wappen zeigt auf blauem Grund ein prall gefülltes weißes Federkissen und darüber ein liegendes Hirschgeweih, das Symbol der württembergischen Landesherren. Das Kissen (altdeutsch Pfuhl oder Pfulben) versinnbildlicht den Ortsnamen, der zurückgeht auf den sagenhaften alamannischen Stammesführer Phulo. Es handelt sich hier um ein sogenanntes „redendes” Wappen. Erstmals erscheint das Wappen 1501, einige Jahre nach dem Aussterben des Pfullinger Ortsadels, als Gemeindesiegel auf einer Urkunde des Pfullinger Frauenklosters. Bis dahin hatten die adligen Grundherren alle Rechtsgeschäfte bestätigt und besiegelt. Vom einstigen Ortsadel übernahm die Gemeinde die Farben des Wappens: blau, weiß und rot. Seit fast 500 Jahren schmückt dieses Wappen öffentliche Gebäude und bekräftigt als Amtssiegel wichtige Schriftstücke.

Die Abbildung zeigt das Wappen in der offiziellen, von der Stadt Pfullingen geführten Stilisierung. Die untere Abbildung zeigt das Wappen, wie es der Geschichtsverein Pfullingen als sein Markenzeichen führt, mit der württembergischen Hirschstange im (heraldisch korrekten) goldenen Schildhaupt.

Die Sage zum Pfullinger Wappen

(aus: Kleiner Führer und Wegweiser durch die heimische Sagenwelt
von Martin Fink mit Illustrationen von Ina Brandmaier, 1987)

Auch mit dem Pfullinger Stadtwappen verbindet sich eine Sage. Sie erzählt uns vom Gaugrafen, der einst mit seinem Gefolge in den tiefen Wäldern auf der großen Pfullinger Markung zu jagen pflegte. Dabei trug es sich einmal zu, dass, als es bereits dämmerte und sich die ganze Jagdgesellschaft an einem vereinbarten Orte treffen wollte, einer fehlte, der Gaugraf. In aller Eile begann eine große Suche. Die ganze Umgebung wurde durchforscht, jedoch ohne Erfolg, der Graf war wie vom Erdboden verschluckt, und schließlich wurde ein längeres Suchen bei der hereingebrochenen Dunkelheit hoffnungslos. Voller Sorge zog das Gefolge heimwärts nach Pfullingen. Aber wie war es derweil unserem Gaugrafen ergangen? Im Eifer des Jagens hatte er sich abseits vom Weg immer tiefer in den Wald begeben und schließlich jede Orientierung verloren. Alle Versuche, allein nach Pfullingen zurückzufinden, schlugen fehl und er musste sich ohne sein Gefolge recht hilflos gefühlt haben! So blieb ihm nichts anderes übrig, als wohl oder übel im Wald zu übernachten. Der Graf legte sich auf eine moosbedeckte Stelle und schlief auch kurz darauf ein. Am nächsten Morgen riss ihn lautes Hundegebell aus sanftem Schlafe. Der Graf härte die rufenden Stimmen seiner Dienerschaft und der Jagdkameraden, die sich bei Tagesanbruch erneut auf die Suche nach ihm gemacht hatten. Wie waren sie froh, den Gaugrafen so wohlbehalten auf dem vom Morgentau benetzten Waldboden wiederzufinden! »Ja wia hend Se denn g’schlofa?« wurde er besorgt gefragt. »Ha, ganz wunderbar, wia uf amma Pfulba!« gab der Graf der erstaunten JagdgeseIlschaft zur Antwort.

Und so kam es, dass jener weiche Pfulben fortan ins Pfullinger Stadtwappen aufgenommen wurde.

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