Die Einweihung des Pavillon im Laiblinspark
Am 13. November 2025 wurde der renovierte Pavillon im Park der Villa Laiblin mit einer feierlichen Zeremonie wiedereröffnet. Dieser Film zeigt die Highlights der Einweihung.
Pfullingen
1900 ca. 6.718 Einwohner
2021 ca. 19.000 Einwohner
Das Stadtgebiet befindet sich am Fuß der Schwäbischen Alb im Tal der Echaz. Die Echaz durchfließt das Stadtgebiet in mehreren Armen und Kanälen. Der Hauptkanal bildet mit seinem dichten Gehölzsaum einen durchgehenden Grünzug durch das Stadtgebiet. Begleitende Geh- und Radwege bieten Durchgängigkeit. Alle relevanten öffentlichen Einrichtungen und Schulen befinden sich unmittelbar in Anbindung an diesen markanten Grünzug.
Louis Laiblin
04.06.1861: Geburt Ernst Philipp Friedrich Louis Laiblin
21.04.1885: Heirat mit Helene Fleischhauer, Tochter eines Reutlinger Verlagsbuchhändlers
Der Mäzen Louis Laiblin wurde 1861 in Pfullingen als Sohn des Papierfabrikanten Ernst Louis Laiblin und seiner Frau Larissa geboren.
Nach kaufmännischer Ausbildung in der Schweiz begab er sich Bildungsreise durch Europa. In das Familienunternehmen trat er nach seiner Rückkehr nicht ein.
Nach seiner Heirat nannte er sich Privatier. Die Eheleute lebten von den Zinserträgen ihrer Kapitalien. Das Vermögen war beträchtlich. Es lag mit 101.243.- Mark um ein Viertel höher als die Jahresausgaben der Stadt Pfullingen. Das Vermögen wuchs in den folgenden Jahren durch Erbschaften Laiblins weiter, 1892 wuchs es durch den Tod des Vaters um weitere 4,7 Mio. Mark. Die Zinserträge beliefen sich auf 180.000.- Goldmark jährlich.
Laiblin trat er als Förderer von Künstlern, Kirchen, von kulturellen und gemeinnützigen Vereinigungen und als Wohltäter seiner Vaterstadt und deren Einwohnerschaft in Erscheinung.
Zur Unterstützung der örtlichen Vereine finanzierte er insbesondere hochwertige und innovative Gebäude, denn er engagierte den bekanntesten Architekten Theodor Fischer und Kunstprofessor Adolf Hölzel. Diese stiftete Louis Laiblin kurz nach 1900: Pfullinger Hallen: Turnverein, „Tonverein“ (Musik); Schönbergturm: Schwäbischer Albverein; Schützenhaus: Schützenverein.
Die Pfullinger Hallen sind heute ein kulturelles Denkmal ersten Ranges.
Villa mit Park, Lage
1873 Bau der Villa (Architekt Hermann Zwißler, Reutlingen) mit Landschaftsgarten (Park) (Landschaftsarchitekt unbekannt)
Villa mit Park der befindet sich am südlichen Ende des Stadtgebiets direkt am Hauptarm der Echaz auf einer leichten Anhöhe. Durch die Hügellage ergibt sich ein schöner Ausblick sowohl vom Park, besonders aber von den Terrassen und Loggien der Villa nach Süden, in Richtung des ehemaligen Fabrikationsgeländes der damaligen Papierfabrik, aber auch zu den Pfullinger Hallen, dem Schönberg mit Schönbergturm bzw. das Schützenhaus am Bergfuß. Die Villa mit gesamten Anwesen fiel nach seinem Tod im Jahr 1927 an die Stadt Pfullingen.
Bauherren waren die Inhaber der Papierfabrik Gebrüder Laiblin, Ernst Louis Laiblin (1817 – 1872, Vater des Privatiers und Mäzens Louis Laiblin) und dessen Bruder Karl Adolf Laiblin (1819 — 1884). Bewohnt wurde die Villa von der Familie Louis Laiblin. Drei Jahre nach dem Tod der Mutter Laura Larissa heiratete Louis Helene. Nach ihrem frühen Tod 1897 stellt Laiblin den Schweizer Alfred Ney als seinen Privatsekretär ein, der eine Wohnung in der Villa erhielt.
Mit dem Bau der Villa wird in Pfullingen zum ersten Mal von der heimischen Wohnbauweise abgewichen. Insbesondere durch seine leicht erhöhte Lage macht sie den Anspruch wohlhabender Fabrikanten jener Epoche an Repräsentation und Lebensqualität deutlich, wie das Landesdenkmalamt in seiner Würdigung 2001 feststellt. Man überblickt den Fabrikkomplex, durch die Einbettung in den Park wird gleichzeitig eine Gedankenverbindung zu Schlössern bzw. Herrenhäusern hervorgerufen. Das Wohnhaus ist zweigeschossig mit dreigeschossigem Mittelpavillon, der an der Schau- bzw. Straßenfassade von zwei übereinander angeordneten Loggien flankiert wird. Man bediente sich am Farben- und Formenschatz der italienischen Renaissance, und folgte damit dem Zeitgeist. Die moderne Villa verfügte über Wasser- und Elektroinstallation ebenso wie über Telefon.
Dokumentationsstätte in der Villa
Villa des Mäzens Louis Laiblin (1861 – 1927). Die drei Räume mit anschließender Loggia geben Einblicke in das Leben und Wirken von Louis Laiblin und seiner Familie.
Die Villa war immer modern ausgestattet: Wasserversorgung über eigene Grundwasserbrunnen aus der Echaz-Aue, früheste Elektrizität, frühestes Telefon.
Der Landschaftsgarten (Park)
Historie
1880: Landschaftsgarten im Stil der damaligen Zeit: geschwungene Wege, mehrere Pavillons, Springbrunnen vor dem Haus. Die Ansicht / Schauseite zur Klosterstraße war die Hauptansicht (nicht wie heute). Schauseite mit breitem zweiseitigem Treppenaufgang zum erhöhten Garteneingang mit Podest.
Von hier bestanden Blickbeziehungen zur Papierfabrik. Von weit her sichtbar, wie auch Ausblick bis zur Alb.
Gesamtanlage im Sinne der damals führenden Landschaftsarchitekten Gustav Meyer (das „Lehrbuch der Schönen Gartenkunst“ war 1860 erschienen); Carl Hampel, Schuler von Meyer veröffentlichte 1894 sein Buch „100 kleine Gärten“ mit vielen Gestaltungsbeispielen
Es existiert eine Zeichnung aus der Planungsphase; Gartenarchitekt nicht namentlich bekannt
In den Folgejahren: weitere Ergänzungen, Erweiterungen, Anpassungen. Es existiert eine Rechnung der Stuttgarter Gartenarchitekten Lilienfein und Sohn aus der Phase nach 1900. Sie waren spezialisiert auf Rekonstruktion historischer Gartenanlagen.
Grundprinzipien des Gartens und Daten zum Garten:
1880: Landschaftsgarten im Stil der damaligen Zeit: geschwungene Wege, mehrere Pavillons, Springbrunnen vor dem Haus. Die Ansicht / Schauseite zur Klosterstraße war die Hauptansicht (nicht wie heute). Schauseite mit breitem zweiseitigem Treppenaufgang zum erhöhten Garteneingang mit Podest.
Von hier bestanden Blickbeziehungen zur Papierfabrik. Von weit her sichtbar, wie auch Ausblick bis zur Alb.
Gesamtanlage im Sinne der damals führenden Landschaftsarchitekten Gustav Meyer (das „Lehrbuch der Schönen Gartenkunst“ war 1860 erschienen); Carl Hampel, Schuler von Meyer veröffentlichte 1894 sein Buch „100 kleine Gärten“ mit vielen Gestaltungsbeispielen
Es existiert eine Zeichnung aus der Planungsphase; Gartenarchitekt nicht namentlich bekannt
In den Folgejahren: weitere Ergänzungen, Erweiterungen, Anpassungen. Es existiert eine Rechnung der Stuttgarter Gartenarchitekten Lilienfein und Sohn aus der Phase nach 1900. Sie waren spezialisiert auf Rekonstruktion historischer Gartenanlagen.
- 1. Haupteingang ins Grundstück mit Hauptzufahrt nahe der Echaz an der Klosterstraße
- 2. Großer Eingang in der Sandstraße, unmittelbar an der Abzweigung/Kreuzung Klosterstraße
- 3. Zugang von der Hohmorgenstraße (damals „Hohmorgenäcker“) (nördlich Küchengarten, beim Teich)
- Um das Wohnhaus war rundherum ein breiter Weg, befahrbarer Weg, von dem mehrere Wege zu den Zufahrten, Zugängen abzweigten, Promenadenwege
- Haupteingang auf Rückseite des Hauses
- Entlang Mittelachse gliedern mehrere geschwungene Querwege, die ovale und tropfenförmige Rasen- und Staudenbeete abgrenzen
- Gesamtanlage von Mauer eingefasst, diese wiederum mit Holzlattenzaun besetzt
- Mehrere Tore, es waren schöne geschmiedete Tore
- Im Westen an der Hohmorgenstraße: Küchengarten (Gemüsegarten)
- Im Nordwesten: Goldfischteich mit Fichtenbäumen umgeben (Typ Waldteich)
- Im Norden Kutschen-/ Kutscherhaus mit Wohnung für Kutscher (wo heute der Kutschersaal ist)
- In den Beeten wuchsen Bäume
- Entlang der Wege waren parallel Bäume gepflanzt
- Pavillons in den westlichen (Süd und Nord), exponierten Gartenecken, sowie im Garten verteilt, 6 Stück, mit Sitzbereichen zum Verweilen und Ausblicke genießen
- An der Schauseite betonte ein Springbrunnen Gebäude und Garten; er war eingefasst mit formalen Pflanzungen aus Buxkugeln und kegelförmicgen Wacholdern
- Die Balustraden der Treppen waren durch Steinvasen antiken Typs geschmückt
- Fotographien und Zeichnungen sowie Holzschnitte von Wilhelm Laage zeigen um die Jahrhundertwende 1900 bis ca. 1912 üppige Ausstattung des Gartens mit Skulpturen, Steinvasen auf Sockeln, Glockenspiel mit Vogelvoliere, Pflanzungen mit exotischem Charakter, Formgehölze
Bis heute erhalten:
- Bestehendes Jugendstil-Gartenhaus (Pavillon) westlich des heutigen Eingangs, erbaut vom Vetter v. L. Laiblin 1912 Herbert Baelz aus Stuttgart
- Springbrunnen mit Moostuffstein (Kalktuffstein) Putto. Der Brunnen hatte vier Wasserstrahlen (vgl. Holzschnitt von Wilhelm Laage, sowie Zeichnung von Karl Stirner)
- Brunnen funktioniert heute noch, allerdings außer Betrieb, da altersbedingt stark beschädigt
- Gusseiserner Schwengelbrunnen an der Westseite des Hauses (funktionsfähig)
- Bildstock mit Abbild hl. Elisabeth und Familienwappen Laiblin auf Rückseite
- Erhaltene Bäume aus der Gründungsphase 1872 – 1892: ca. 30 Stück
- Lindenallee
- Sommer-Linden, Winter-Linden, Berg-Ahorne, Spitz-Ahorne, Eichen, Buchen, Blau-Fichte, Douglasie, Platane
- Ca. 6 Bäume aus der Zeit der ersten Nachpflanzung bis 1950
- Ca. 65 Bäume und Sträucher stammen aus der Zeit nach 1954
- Erhaltene Stauden aus der Gründungsphase 1872 – 1892:
- Schneeglöckchen, Märzenbecher
„Ursprünglich erschlossen drei Zugänge den Landschaftsgarten der Villa Laiblin. Ein geschmiedetes Zugangstor bestand an der Klosterstraße als direkte Verbindung zum Firmengelände und als Zufahrt zur Villa. Ein weiteres kunstgeschmiedetes Tor bestand an der Ecke Klosterstraße / Sandstraße. Von hier erreichte man den gegenüberliegenden Parkweg des Landschaftsgartens vom Haus Laiblin. Der dritte Zugang zum Landschaftsgarten erfolgte über die Hohmorgenstraße. Dieser Zugang war vermutlich den Lieferanten vorbehalten.“ (Teske, 2010)
Von den historischen Eingängen haben sich die beiden Eingänge an der Klosterstraße und Ecke Sandstraße/Klosterstraße in veränderter Weise erhalten. Der historische Zugang von der Hohmorgenstraße ist inzwischen überbaut, ein großer Parkplatz an der Hohmorgenstraße und weitere Zugänge, auch ein Fußweg entlang der Echaz, der WasserErlebnisPfad Echaz Pfullingen, kamen hinzu. Alle heutigen Zugänge sind offen für die Allgemeinheit.
1927, nach dem Tod von Louis Laiblin, gingen Villa und Landschaftsgarten in das Eigentum der Stadt über. Die Wohnungen in der Villa werden bis heute vermietet, und dienten zeitweilig als Dienstwohnung für den Bürgermeister. Eine Arztpraxis ist bis heute aktiv.
Der Landschaftsgarten blieb bis 1954 im Wesentlichen unverändert. Entlang der Hohmorgenstraße blieb die recht hohe Einfriedungsmauer bis 1993 erhalten. In diesem Jahr wurde das 1954 erbaute Altenheim im Norden des Grundstücks durch den Neubau des Samariterstiftes ersetzt.
Im Zuge der Umgestaltung der Klosterstraße und Verbreiterung der Sandstraße im Jahr 1968 mussten die historischen Einfriedungen mit den schmiedeeisernen historischen Toren weichen. In den Jahren 1980 und später ab 1993 im Zuge der Realisierung des Grünzugs entlang der Echaz wurden neue asphaltierte Wegeverbindungen im Park angelegt. Im Jahr 2011 wurde anlässlich des 150. Geburtstags von Louis Laiblin die Dokumentationsstätte vom Geschichtsverein mit Unterstützung der Stadt mit Originalgegenständen aus dem Laiblin-Haushalt in der Villa Laiblin eingerichtet. Zu diesem Anlass wurde im Park die Ausstattung um Bänke und Fitnessgeräten für Erwachsene ergänzt.
Der Pavillon
1912 Bau des Pavillons (einziger Pavillon aus Stein von insgesamt sechs aus unterschiedlichem Material (Holz, Eisen)
Der hübsche Jugendstil-Pavillon
Der Pavillon aus dem Jahr 1911/1912 ist der einzige bis heute erhaltene Pavillon von ehemals mindestens fünf Gartenhäuschen unterschiedlicher Bauart. Erstellt wurde er von dem jungen Architekten Herbert Baelz aus Stuttgart, ein Vetter Louis Laiblins. Baelz hatte drei Varianten zu einem Gartenpavillon vorgelegt.
Der offene, asiatisch anmutende Pavillon, der von Wilhelm Laage festgehalten worden ist (vgl. Info zum Bild des Monats Mai 2022), entstammte möglicherweise einem dieser Entwürfe.
Zur Ausführung kam der anmutige Pavillon mit ovaler Grundfläche und einem Kuppeldach als Bekrönung. Ins Innere gelangt man durch einen mit ionischen Säulen gefassten Eingang. Stein- und Bildhauerarbeiten fertige der damalige Pfullinger Steinmetz Anton Becker. Alle Arbeiten einschließlich der Inneneinrichtung (Mobiliar, Kissen und Vorhänge) wurden von einheimischen Handwerkern ausgeführt.
Auf dem Fußboden wurden wurde Linoleum mit Korkment Unterlagen verlegt (eine bis heute gängige isolierende Verlegmethode). Das Mobiliar bestand aus einem Buffet, einer runden Bank, einem Ovaltisch, einem kleinen Tisch mit Glasplatte sowie drei Stühlen und zwei Lehnstühlen. Zudem wurde eine weitere runde Gartenbank gebaut, die an anderer Stelle im Park aufgebaut war.
Beheizt wurde mit einem elektrischen Heizofen „Prometheus“ der Neckarwerke Aktiengesellschaft. Fenster rundum und über dem Eingang sorgen für Sonnenlicht zu allen Tageszeiten. Bei Dunkelheit erleuchteten 18 elektrische Lampen den Pavillon. Vier Buxuskegel säumten den Eingang.
Dieser im „Jugendstil“ errichtete Pavillon leidet momentan unter eindringender Feuchtigkeit und Vandalismusfolgen. Die Stadtverwaltung wird im Zusammenhang mit dem 150. Jubiläum der Villa im kommenden Jahr, 1924, Sanierungsarbeiten durchführen.
Künstler und Künstlerinnen trafen sich bei Laiblin in Villa, Park und Pavillons
Treffpunkt von Künstlern und Künstlerinnen

Abb: Holzschnitt von Wilhelm Laage zum Gedichtband „Wolke.Wiese.Welt“, den sie Louis Laiblin widmete und der etliche poetische Gedicht zum Park enthält
Vor rund 100 Jahren gingen in der Villa Laiblin mit Park und Pavillons illustere Gäste ein und aus. Louis Laiblin, Privatier und Mäzen, war mit vielen berühmten Künstlern und Künstlerinnen befreundet: Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse, Maler Klaus Stirner und Albert Fierz, Holzschneider Wilhelm Laage, Kunstprofessor Adolf Hölzel, die Lyrikerin Elisabeth Rupp und ihre Schwester, die Bildhauerin Maria Rupp zählten dazu.
Louis Laiblin mit den Künstlerschwestern Elisabeth und Maria Rupp:
Ein Leben wie Feuer
So überschreibt der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hermann Bausinger sein Porträt der Lyrikerin und Schriftstellerin, Juristin und Ethnologin Elisabeth Gerts-Rupp (In: Bausinger, H. 1996: Ein bisschen unsterblich. Schwäbische Profile).
Geboren am 25. November 1888 in Ravensburg ist die eigentliche Heimat für Liesel Rupp das großelterliche Haus in der Reutlinger Gartenstraße 15, wo sie alle Ferienzeiten verbrachte und wohin die Familie nach dem Tod des Vaters 1916 zog. In ihrem Roman Im Zweige (1921) hat sie das Leben in Haus und Garten in glühenden Farben geschildert. Dort entstand ihre gesteigerte Naturbegeisterung, dort lernte sie Literaten und Künstler kennen. Ihre jüngere Schwester Maria (geboren am 9. Dezember 1991) war selbst Bildhauerin.
„Was wäre diese Seele geworden ohne ihren Garten?“ fragt sie gleich zu Beginn ihres autobiographischen Romans. „Aber etwas Schönes gab es außerhalb des Zauns. Eine Wegstunde von R. entfernt besaß ein Verwandter, still und fürstlich in großem Park, eine Villa, Wagen und Pferde und einen fürchterlich bösen Hund, der mit wilden Sätzen am Gitter hinaufsprang uns bellte, wenn der Wagen mit uns die breite Einfahrt hinaufknirschte. Dann kam der Onkel händereibend und voll Willkommen aus einer entfernten Gartenecke, und sein junger Hausvogt, ein kleiner beweglicher Romane, half uns, überstürzt plaudernd, aus dem Wagen. Wir wurden mit allen erdenklichen Leckereien bewirtet, im Garten herum geführt und fotografiert. Es gab Goldfische, Kanarienvögel, Papageien zu sehen; Bilder und Reiseandenken von Ägypten, Tunis, Palästina wurden gezeigt, und endlich lud man uns, reich beschenkt, wieder in den Wagen, der uns am wütenden Gebell des Hundes hinausführte.“ (Elisabeth ist etwa 11 Jahre alt.)
Dass der Kontakt zu L. L. weiter bestand, belegen die Gedichte, die sie der Villa L. L. im Band Wolke.Wiese.Welt mit Holzschnitten von Wilhelm Laage widmete, und weitere im Nachwort zum Roman zusammengestellte Fotos in der Villa mit Laiblin und Schwester Maria in den Jahren 1917 bis 1922.
Die Künstler der Pfullinger Hallen
Das so genannte Gesellschaftshaus steht im Süden der Stadt am Fuß des Schönbergs. Es wurde von Privatier Louis Laiblin seiner Vaterstadt gestiftet. Die damalige Papierfabrik Laiblin, die Quelle seines Reichtums, befand sich nebenan, sein Wohnhaus, die Villa Laiblin, auf einer leichten Anhöhe, nördlich in Sichtweite. Laiblin wollte mit seinem Geld helfen, möglichst viele Menschen durch das Schöne und Edle zu bilden.
Im Januar 1904 erhielt der Architekt Theodor Fischer, bedeutender süddeutscher Baumeister und Professor, den Auftrag von Laiblin, in Pfullingen ein Volkshaus zu bauen. Laiblin hatte bereits zuvor den Vereinen Liederkranz und Turnverein Hilfe zugesagt. Nun sollte ein Gesamtkunstwerk entstehen, bis ins Detail. Für die Gemälde im Festsaal und den Fluren war von Fischer der leitende Professor der Kunstakademie Stuttgart Adolf Hölzel hinzugezogen. Hölzel verzichtete darauf, selbst zu malen, und gab der Jugend, seinen Meisterschülern, die Chance, stand aber mit Rat und Kritik zur Seite. Fischer und Hölzel hatten die Farbkomposition, die Themen und die Flächenaufteilung vorgegeben.
Die Zukunft von Pavillon und Park
als Lieblingsort für Kleinkunst
Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Stefan Wörner wollen Geschichtsverein, Treffpunkt Kutscherhaus, Stadt Pfullingen, Volkshochschule Pfullingen, Buchhandlung am Laiblinsplatz, die Laiblinschule, Bürger*innen wollen diesen Pavillon im beliebten Park gemeinsam in eine Zukunft führen:
- Lesungen und Vorträge
- Konzerte/Musikveranstaltung (z. B. Salonorchester); Theater und Kleinkunst
- + Café / Tee im Park
- Mini-/ Mikroausstellung
- Buchbarer Treffpunkt Gesprächskreis
- Foto-Shooting/ Selfi-Point; Modeschau
- Der Pavillon der Villa Laiblin wird langfristig als attraktiver und historischer Kulturstandort gesichert.
- Der Park der Villa Laiblin mit der Villa, dem Pavillon ist ein Lieblingsort im Quartier.
- Bürger*innen identifizieren sich mit dem Stadtteil und lernen durch kulturelle Veranstaltungen die Geschichte im Quartier kennen.
- Bürger*innen engagieren sich für den Park und die kulturelle Nutzung des Pavillons















